Katholisch-Apostolische Kirche Europa
Autonome Bischofliche Prälatur Deutschland e.V.
Autonome Bischofliche Prälatur Deutschland e.V.
Die Katholisch-Apostolische Kirche Brasilien („Igreja Católica Apostólica Brasileira“, kurz ICAB) ist die Mutterkirche der Katholisch-Apostolischen Kirche Europa.
Sie ist eine unabhängige katholische Kirche, die 1945 vom brasilianischen Bischof Dom Carlos Duarte Costa, einem ehemaligen römisch-katholischen Bischof von Botucatu (Brasilien), gegründet wurde.
Bischof Carlos Duarte Costa war ein entschiedener Kritiker des Regimes des brasilianischen Präsidenten Getúlio Vargas (1930 - 1945) sowie der engen Beziehung des Vatikan zu diesem Regime. Er stellte zudem öffentlich die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit sowie die römisch-katholischen Positionen zu Scheidung und klerikalem Zölibat in Frage.
Aufgrund seiner klaren Worte wurde er 1937 von seinem Amt als Bischof von Botucatu abberufen und zum Titularbischof von Maura ernannt. Duarte Costa kritisierte weiterhin sowohl die Regierung als auch die römisch-katholische Kirche und vertrat Positionen, die von den Behörden als kommunistisch eingestuft wurden. 1944 wurde er inhaftiert, jedoch unter politischem Druck der USA und Großbritanniens wieder freigelassen.
Als Duarte Costa im Jahr 1945 die sogenannte "Odessa-Operation" anprangerte, die angeblich vom Vatikan organisiert wurde, um die Flucht von Nazi-Offizieren zu erleichtern, wurde er von Papst Pius XII. exkommuniziert. Einen Monat später, am 18. August 1945, gründete er die ICAB und definierte sie als Kirche, die zur Verbreitung des Evangeliums in jenen Bereichen berufen ist, die sich – nach seiner Überzeugung – von der ursprünglichen Einfachheit, Demut und Nächstenliebe entfernt hatten.
Dom Carlos führte in der ICAB Reformen ein, die er für notwendig hielt:
– Abschaffung des klerikalen Zölibats
– pastorale Begleitung und Versöhnung Geschiedener
– Feier der Liturgie in der Volkssprache
– Erwartung, dass Geistliche unter den Menschen leben und durch weltliche Arbeit ihren Lebensunterhalt sichern
So wurde die ICAB bald als „Kirche der Armen“ bekannt.
Kurz nach der Gründung weihte Dom Carlos zwei weitere Bischöfe: Salomão Barbosa Ferraz (15. August 1945) und Luis Fernando Castillo Méndez (3. Mai 1948). Gemeinsam gründeten sie in mehreren lateinamerikanischen Ländern selbständige katholisch-apostolische Nationalkirchen. Dom Carlos war Konsekrator oder Mitkonsekrator von insgesamt elf weiteren Bischöfen.
Das heutige Oberhaupt der ICAB ist Dom Josivaldo Pereira de Oliveira. Der Titel des Oberhauptes lautet „Präsident“. Die ICAB ist Mutterkirche der Worldwide Communion of Catholic Apostolic Churches (WCCAC), einer Gemeinschaft unabhängiger katholisch-apostolischer Kirchen in derzeit 14 Ländern.
In der ICAB wird die apostolische Sukzession durch die ununterbrochene Handauflegung der Bischöfe bewahrt. Alle ICAB-Bischöfe stehen in der Sukzessionslinie von Carlos Duarte Costa, der selbst römisch-katholisch geweiht worden war.
Als Beleg für die Gültigkeit dieser Sukzession verweist die ICAB besonders auf den Fall von Salomão Barbosa Ferraz, der nach seiner Weihe in der ICAB 1958 vollständig in die römisch-katholische Kirche aufgenommen und als Bischof anerkannt wurde – ohne erneute oder bedingte Weihe.
12.04.2015 – Priesterweihe durch Bischof Gianni di Marco (St. Benedetto, Alba Adriatica, Italien)
17.10.2015 – Bischofsweihe in der Privatkapelle St. Michael, Duisburg (Gianni di Marco, Michael Schatta, Pius H. Tonndorf)
22.02.2016 – Eintragung „Autonome bischöfliche Prälatur Deutschland e.V.“
01.02.2019 – Aufnahme in die WCCAC
20.01.2020 – Weihen in Subkondition durch Bischof Serge Donatien Abeng Mbarga (Yaoundé, Kamerun)
Die Sukzession führt über Serge Donatien Abeng Mbarga zurück bis zu Bischof Carlos Duarte Costa.
Die WCCAC ist eine Gemeinschaft unabhängiger katholischer Kirchen in der Sukzessionslinie der ICAB. Sie wurde 2008 in Guatemala gegründet. Auch hier zeigte der Fall Bischof Eduardo Aguirre, dass die Sukzession kirchlich anerkannt ist, da seine Weihe bei der Aufnahme in die Syrisch-Orthodoxe Kirche nicht wiederholt wurde.
Erzbischof Gioacchino Collica war von 2019 bis 2020 Kanzler der WCCAC. Aufgrund interner Spannungen stellte er einen Aufnahmeantrag bei der Syrisch-Orthodoxen Kirche. Die teilweise Übernahme syrischer liturgischer Elemente führte schließlich zum Bruch mit der WCCAC – bei weiterhin freundschaftlichen Kontakten.
Die WCCAC und ihre Kirchen – darunter die Katholisch-Apostolische Kirche Europa – hielten sich am römisch-katholischen Katechismus orientiert, unterschieden sich aber in Fragen wie:
Anerkennung der Scheidung und Wiederverheiratung
kein Pflichtzölibat
eigenständige Erwerbstätigkeit der Geistlichen
verantwortete Geburtenregelung
keine Anerkennung des Papstes als unfehlbares Oberhaupt
Mit Beginn des Aufnahmeprozesses in die Syrisch-Orthodoxe Kirche wurden ihre Lehre und Tradition übernommen.